Gut vorbereitet in die Pedale treten

Bewegung tut dem Körper gut und hilft den Stress des Alltags hinter sich zu lassen. Damit die erste Fahrradtour des Jahres nicht mit einem Unfall, mit Erschöpfung oder gar beim Notarzt endet, gibt DRK-Bundesarzt Peter Sefrin einige Tipps.

Selbsteinschätzung

Am Anfang steht die Frage: Wie gesund und fit bin ich wirklich? Vielleicht sind die strammen 50 Kilometer nicht der beste Start für die erste Fahrradtour des Jahres. Gemütliche 15 Kilometer mit ausgedehnten Pausenzeiten sind für den Beginn sicher ausreichend. „Die Belastbarkeit sollte auf jeden Fall vorher abgeklärt und die Tour demensprechend geplant werden“, sagt Peter Sefrin. Wer sich dennoch unsicher ist, kann sich beim Hausarzt mit einem sportmedizinischen Belastungstest untersuchen lassen. „Neben der Fitness spielt auch die Gesundheit eine wesentliche Rolle. Jemand mit einer Herz-Vorerkrankung sollte das Fahrrad im Keller lassen“, rät der DRK-Bundesarzt weiter.

Erste-Hilfe-Set

Nicht nur die Werkzeugtasche sollte geprüft werden, auch lohnt sich ein Blick in die Erste-Hilfe-Tasche, um für jede Eventualität gewappnet zu sein. Peter Sefrin sagt, was in ein Erste-Hilfe-Set für die Radtour hinein gehört: „Wundbedeckung für Bagatellverletzungen der Haut, eine sterile Auflage, Verbandspäckchen, Einmalhandschuhe.“ Und falls man stürzen sollte und sich dabei die Haut aufschürft, müsse die Wunde keimfrei mit einem Pflaster abgedeckt werden. Dabei soll der Ersthelfer unbedingt Einmalhandschuhe tragen. Wichtig: Wer Asthma hat oder andere regelmäßig auftretende Beschwerden, sollte ausreichend Medikamente für die Fahrt mitnehmen.

Verpflegung

Apfel, Käsestulle oder Studentenfutter reichen aus, um den Hunger zu besänftigen und den Energiebedarf zu decken. Noch wichtiger ist es, während der Fahrt genügend zu trinken. Zwei bis drei Liter kann man bei einem warmen Tag und in Bewegung verschwitzen. Saftschorle, Früchtetee oder auch alkoholfreies Malzbier gleichen den Mineralstoff- und Vitaminhaushalt gut aus. Ungeeignet sind hingegen Soft-Drinks oder alkoholische Getränke.

Sonnenstich

Bekommt der Mitfahrer plötzlich einen roten Kopf und fühlt sich nicht gut, kann es sich um einen Sonnenstich handeln. In einem solchen Fall gilt: Sofort anhalten, einen schattigen Ort suchen und den Kopf des Betroffenen mit einem feuchten Tuch kühlen. Solange ausruhen, bis die Symptome verschwunden sind. „Hat der Betroffene jedoch Schwierigkeiten sich zu orientieren, möglicherweise sogar Bewusstseinsstörungen, kann nicht mehr fahren und schwankt, handelt es sich um einen schweren Sonnenstich. Dann sollte der Ersthelfer sofort unter 112 einen Notarzt rufen“, sagt Sefrin.

Schutzhelm

Zu jeder Fahrt, ob lang oder kurz, gehört ein Schutzhelm, denn viele Kopfverletzungen nach Stürzen oder bei Unfällen sind vermeidbar. Eltern sollten immer mit gutem Beispiel voran gehen und einen Helm tragen.

Text: Karl Grünberg  // Foto: Echo/Juice Images