Netzwerk für Groß und Klein

Das DRK steht jungen Familien mit vielen Angeboten zur Seite. Haupt- und Ehrenamtliche helfen dabei, dass Kinder, Väter und Mütter zusammen glücklich sind. Für diesen Einsatz gibt es die Dankbarkeit der Eltern und das Lächeln der Kinder. Und das gute Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.

Berlin, Stadtteil Lichtenrade, Mittwochabend.

Drei Babys wollen essen. Sofort. Maximilian, Annabell und Charlotte sind Drillinge und elf Monate alt. Jetzt muss es schnell gehen: Dreimal Essen warm machen. Dreimal Lätzchen umlegen. Reihum bugsiert die Mutter den Kleinen den Brei in den Mund. „Ein Kind kann jeder, zwei Kinder sind eine Aufgabe, aber drei Kinder sind eine Herausforderung“, sagt Annika Kant, die Mutter. Die drei Babys sind als Frühchen in der 32 Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen.

Annika ist eine Rund-um-die-Uhr-Mama. Doch mittwochnachmittags hat sie frei. Denn am Mittwoch kommt Christiane Kemnitz vom Paten-Frühchen-Projekt des DRK-Kreisverbands Berlin-City und passt auf die Drillinge auf. „Inzwischen bin ich ein Teil der Familie geworden“, sagt die Patin. Ihrem Lächeln ist anzusehen, wie sehr sie das freut. Sobald die Eltern mit ihren zu früh geborenen Kindern aus dem Krankenhaus entlassen werden, stehen ihnen die DRK-Patinnen einmal in der Woche zur Seite.

Duisburg, es ist 10 Uhr morgens.

Die Tür geht auf und 20 Kinder strömen herein. „Hallo, hallo, guten Morgen, können wir spielen?“, rufen sie und freuen sich, dass endlich wieder Spielzeit ist. Die Kinder kommen aus Syrien, aus Afghanistan, aus verschiedenen Ländern in Afrika. Ihr Deutsch ist in den Monaten, die sie da sind, besser geworden. Das liegt auch an den „Flükids“-Projekten, die vom DRK-Kreisverband Duisburg in 13 Stadtteilen an 18 Standorten in Flüchtlingsunterkünften organisiert werden. Es sind bunt und kinderfroh gestaltete Oasen inmitten der eher tristen Umgebung der Unterkünfte.

„Jetzt wollen wir singen“, rufen die DRK-Mitarbeiterinnen und bilden mit den Kindern einen Kreis. Die Stimmen der Kinder erheben sich, singen in ihren verschiedenen Akzenten, aber auf Deutsch. „Wir wollen die Kinder an die deutsche Sprache gewöhnen und darüber auch die Eltern erreichen“, erklärt Anna Zalac, Leiterin des DRK-Familienbildungswerks Duisburg. Außerdem soll so auf den späteren Kitabesuch vorbereitet und den Eltern  Erziehungskompetenzen vermittelt werden. „Es geht aber auch um eine schöne Zeit. Die Kinder spielen sorgenfrei, die Mütter reden und informieren sich“, sagt die Leiterin.

Erkner bei Berlin, Donnerstagnachmittag.

Die Kita ist vorbei und endlich beginnt er, der Oma- und Opa-Tag. Luise ist schon ganz hibbelig. Zweieinhalb Jahre ist sie alt und seit dem Sommer hat sie Großeltern, die sie besuchen und bei denen sie übernachten kann. Oma Karin und Opa Wolfgang sind Wunschgroßeltern des Großelterndienstes des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree. Das Projekt bringt seit sieben Jahren Großeltern und Enkelkinder zusammen. „Für die Wunschgroßeltern bedeutet es häufig ein großes Glück, noch einmal ein Kind beim Aufwachsen zusehen zu können“, sagt Ellen Schneider, Koordinatorin des Projektes. Oft wohnen die eigenen Enkelkinder weit weg oder der Kontakt ist nur unregelmäßig. So ist es auch bei Karin und Wolfgang, manchmal kommt ihnen ihr Haus leer und leise vor. Aber zum Glück kommt Luise sie besuchen, von Donnerstag auf Freitag.

Auch für Barbara Nündel, Luises Mutter, sind die beiden ein Segen: „Meine Eltern sind leider verstorben, dabei habe ich mir wirklich Großeltern für Luise gewünscht. Karin und Wolfgang sind jetzt diese Großeltern, denen ich meine Tochter gerne anvertraue.“ „Das Deutsche Rote Kreuz steht für Vertrauen. An uns können sich die Großeltern jederzeit wenden, wir vermitteln von beiden Seiten nur seriöse Anfragen, schauen uns die erweiterten Führungszeugnisse an und besuchen die beteiligten Wunschgroßeltern vorher zu einem langen Gespräch, damit sie eine Familie nach ihren Vorstellungen finden“, erklärt Ellen Schneider.

Drei Einblicke in Projekte des Deutschen Roten Kreuzes, die zeigen wie wichtig die Arbeit mit Kindern und Familien ist. Und die eines gemeinsam haben: Die Freude und Leidenschaft, mit der die Sozialarbeiter, die Leiter, die Paten und Wunschgroßeltern mitmachen.



Text: Karl Grünberg // Foto: Robert Schlesinger/picture alliance.