„Einer für alle, alle für einen“

Andreas Wolff ist einer der erfolgreichsten Sportler Deutschlands. Er steht im Tor der Handballnationalmannschaft und überzeugt beim Bundesligaclub THW Kiel mit spektakulären Paraden. Abseits der großen Sportbühne wird er zum stillen Lebensretter – und spendet Blut beim DRK.

Sie sind Europameister und haben bei Olympia die Bronzemedaille gewonnen. Wie bleiben Sie bei all diesem Ruhm noch locker und entspannt?

Das ist meine Art. All die Auszeichnungen habe ich nicht alleine gewonnen, sondern verdanke sie auch dem Team. Da ist es schön, wenn man mit seiner Popularität dem Handball auch wieder etwas zurückgeben kann.

Ihre Schüchternheit gilt als Grund dafür, warum Sie im Tor gelandet sind. Welchen Tipp geben Sie Menschen, die ebenfalls schüchtern sind?

Sport machen. Da kann man sich viel Bestätigung für sich selbst holen.

Mussten Sie eigentlich sehr mutig sein, um Ihr Blut zu spenden?

Nein. Es gehört nicht viel Mut dazu, mit ein wenig Zeit und seinem eigenen Blut anderen Menschen in Not zu helfen.

Können Sie denn Menschen verstehen, die sich vor dem Pieks in die Armbeuge ein wenig fürchten?

Wenn man große Angst vor Nadeln und Spritzen hat, vielleicht. Allerdings muss man ja nicht unbedingt hinsehen, und Schmerzen macht der kleine Pieks ja nun wirklich nicht. Für mich steht der Gedanke des Helfens im Vordergrund. Blutspenden sind wichtig, um anderen Menschen in zum Teil lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Und angesichts der Schicksale - die hinter jedem einzelnen Patienten, der eine Transfusion benötigt, stehen - ist dieser kleine Pieks doch nicht der Rede wert.

Seit 2016 unterstützen Sie die Aktion Mutspende der DRK-Blutspendedienste. Warum ist es so wichtig, dass sich Sportler für diese Art des Helfens engagieren?

Profi-Sportler leben mit und von ihren Körpern, deshalb haben wir mit Sicherheit ein besonderes Verhältnis zu ihm und zur Gesundheit. Für die Verbreitung des Gedankens, dass man mit Blutspenden anderen Menschen helfen kann, ist es wichtig, möglichst viele Leute anzusprechen. Der Sport hat dazu die besten Voraussetzungen, weil er von vielen Menschen täglich verfolgt wird. Ich freue mich, dabei ein wenig mithelfen zu können.

Inwiefern übernehmen Blutspender auch gesellschaftliche Verantwortung?

Einer für alle, alle für einen: Das gilt im Mannschaftssport wie bei der Blutspende.

Interview: Gerhard Walter // Foto:mhoch4