Ausgabe 3|2018

Die Themen im Heft:

Kompakt

Menschlich berührend – DRK-Medienpreis 2018 vergeben

Playmobil präsentiert DRK-Themenwelten

 Bangladesch: sauberes Wasser für die Menschen in Cox‘ s Bazar

Zeckenstich – bei Rötung sofort zum Arzt

Helfen

Mobil, innovativ und digital: Das DRK bietet Menschen in ländlichen Regionen vielfältige Unterstützung an

Es war ein Sprung ins kalte Wasser: Die neue DRK-Botschafterin, Fotomodell Zohre Esmaeli, im Interview


Das Deutsche Rote Kreuz in der Ukraine: Einkaufsgutscheine als Teil der Selbstbestimmung

Drohnen im Einsatz für das DRK: Sechs Propeller und ein Ziel – Menschenleben retten

Die DNA der Mitmenschlichkeit: Der DRK-Kreisverband Offenbach führt Menschen unterschiedlichster Kulturen zusammen



Gesundheit

Viele Beschwerden, eine Diagnose: So führen Betroffene trotz Rheuma ein schmerzfreies Leben

Serie/Erste Hilfe, Teil 27: Wenn ein Gewitter wütet

Wie viel Technik darf es sein? Die Zukunft in der Pflege

Editorial

Praktizierbare Nachbarschaftshilfe

Weite Felder, Wiesen und Wälder: Nach dem einfachen Leben auf dem Land sehnen sich derzeit viele. Nur merken die Dörfer wenig davon. Die Zahl derjenigen, die auf dem Land leben, in den kleinen Gemeinden bleiben, nimmt stetig ab. Waren es 1994 laut Statistischem Bundesamt noch 18,7 Prozent der Deutschen, sank der Anteil bis 2003 auf nur noch 15,4 Prozent – insgesamt 12,7 Millionen. Derzeit leben etwa 15 Prozent der Deutschen in Gemeinden unter 5 000 Einwohnern. Vor allem die Jungen verlassen die Dörfer. In Orten, die ihnen keine Arbeitsplätze, keine Einkaufs- und nur wenig Freizeitmöglichkeiten bieten, bleiben die wenigsten. Deutschlands Dörfer überaltern – eine Entwicklung, die das ganze Land betrifft und zur gewaltigen
Herausforderung für die Gesellschaft und Hilfsorganisationen wie das Deutsche
Rote Kreuz wird.
Es geht um viel: Wir müssen die gesundheitliche und soziale Versorgung der Menschen im ländlichen Raum sicherstellen – im Rettungsdienst, in den Kitas,
in der Pflege, bei der Gesundheitsvorsorge, bei der Betreuung von Familien,  Kindern, Jugendlichen und bei den Angeboten für Senioren.
Der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel beispielsweise hat ein vorbildliches Projekt
für die Menschen in der unmittelbaren ländlichen Umgebung auf den Weg gebracht: Mithilfe einer mobilen sozialen Einrichtung wird die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum mit Arzt- und Beratungsleistungen möglich gemacht. Das Projekt vernetzt die knappen Ressourcen mit den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen. Über eine mit der Universität Braunschweig entwickelte Online-Service-Plattform können etwa Ärzte ihre noch verfügbare Zeit für Sprechstunden eingeben. Ein Fahrdienst bringt die Patienten aus den Gemeinden zum Arzt. Für mich ist das praktizierte Nachbarschaftshilfe – und ein Beispiel für gelungene soziale Innovation. Das DRK in Wolfenbüttel leistet einen wichtigen Beitrag, um Mobilität und Beratung der Bewohner im ländlichen Raum zu verbessern: nachhaltig, modellhaft und auf andere Regionen in Deutschland
übertragbar.
Für diesen Einsatz möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitgliedern, Freunden und Förderern des DRK bedanken. Denn nur sie, die vielen engagierten ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer, machen das DRK zu dem, was es ist: Mitgestalter des Gemeinwesens und verlässlicher Ansprechpartner bei Problemen aller Art.


Herzlichst
Ihre


Gerda Hasselfedlt